SPD Töging am Inn im Landkreis Altötting

PNP 27.12.21: Flammender Appell: Die Bäume erhalten

Veröffentlicht am 29.12.2021 in Ortsverein

Birgit Noske (SPD) erhebt im Stadtrat die Stimme gegen Fällungen – Bürgermeister erinnert an Beschlüsse

Töging. In einem flammenden Appell hat sich Birgit Noske (SPD) in der jüngsten Sitzung des Stadtrats für den Erhalt von Bäumen im Stadtgebiet ausgesprochen. Es gebe auch Alternativen zur Fällung, man müsse an die Umwelt denken.

Sie nahm Bezug auf die jüngste Sitzung des Bauausschusses, wo Baumfällungen in Grün-Inseln der Lenbachstraße und am Friedhof beschlossen worden waren (der Anzeiger berichtete). Auf dem Friedhof sollen sowohl kranke als auch noch gesunde Birken gefällt werden: Erstere aus Sicherheitsgründen. Die kranken wie die noch gesunden sollen durch Neupflanzungen ersetzt werden, damit ein einheitlich-gepflegtes Bild erhalten bleibt.

Birgit Noske
Birgit Noske

Birgit Noske räumte ein, sie gehöre jener Generation an, die für Umweltschäden verantwortlich sei. "Aber es ist erschreckend, dass sich nichts ändert!" Gerade große Bäume seien ja wichtig für eine gesunde Luft, etwa für das Herausfiltern von Feinstaub. Dass man am Friedhof die ganze Reihe Birken fälle, sei "der Wahnsinn", so die SPD-Rätin wörtlich. Sie erinnerte daran, dass es auch Alternativen zur Fällung von Bäume gebe und forderte, die Fraktionen sollten sich noch einmal Gedanken darüber machen.

Der Bauausschuss hatte auch beschlossen, dass der Eingangsbereich des Friedhofs überplant werden soll. Dabei wurde mit Blick auf die durch Wurzeln verursachten Schäden an der Straße und am darunter liegenden Kanal auch eine Fällung der Platanen an dieser Stelle andiskutiert. "Das kann nicht sein, der Straße fehlt nichts", merkte Birgit Noske dazu jetzt an. Mit ironischem Unterton fügte sie hinzu, die Bäume wüssten doch, dass dort so viel Verkehr herrsche und würden entsprechend tief wurzeln.

Bäume, die jetzt gepflanzt würden, seien erst in etwa 30 Jahren groß. An dieser Stelle wandte sich die Sprecherin persönlich an Elias Wimmer (CSU), mit 25 Jahren jüngster Stadtrat: Er werde diese Bäume in voller Pracht erst sehen, wenn er so alt ist wie sie, Birgit Noske, jetzt ist. Die Platanen an der Erhartinger Straße dienten ausdrücklich auch zur Verkehrsberuhigung, sagte sie. Es gebe Diskussionen zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit auf der ganzen Welt – "und wir hauen die Bäume weg. Ich flippe da fast aus", so Birgit Noske.

In der Folge kam es zwischen der Stadträtin und dem Ersten Bürgermeister zu einem Diskurs auch über die Legitimation der besagten Beschlüsse. Dr. Tobias Windhorst merkte an, man müsse halt auch mal bereit sein, einen Baum zu fällen. Birgit Noske entgegnete, wenn die Fraktionen und der Stadtrat stark seien, könnten die Fällungs-Beschlüsse des Bauausschusses gekippt werden. Windhorst erinnerte an die Regularien der Geschäftsordnung und sagte, für die Erhartinger Straße gebe es ja gar keinen Fällungs-Beschluss, sondern man habe sich auf eine Überplanung des Bereiches verständigt. Die Beschlüsse zur Fällung der Bäume auf dem Friedhof und in der Lenbachstraße seien "klar" getroffen worden worden: "Wir können nicht alle Themen zweifach diskutieren!" Birgit Noske entgegnete, eine Diskussion zu dem Thema habe gar nicht stattgefunden. Genau das aber erwarte sie: "Wir müssen das Klima schützen!" – "Alle Alarmglocken" müssten läuten, sagte sie und wandte sich an Dr. Martin Huber (CSU), der nicht nur Sitz und Stimme im Töginger Stadtrat, sondern auch im Bayerischen Landtag hat. Auch ihm müssten Umweltthemen am Herzen liegen – er sei ja jüngst vom Parteirat der CSU als Leiter des "Forums Umwelt" der CSU bestätigt worden. Man müsse über das Thema "noch mal richtig reden. Mir fehlen die Diskussionen", so Birgit Noske. Die im Töginger Stadtrat eingeschlagene Linie laute bei Bäumen immer: "Fällen". Dr. Tobias Windhorst entgegnete, ja, wenn es sein müsse, "dann wird auch mal gefällt." − afb